23.2.2026

Die neue Maschinenverordnung (EU) 2024/1230 stellt Hersteller, Importeure und Händler vor gewaltige Aufgaben bei der Bereitstellung technischer Informationen. Bisher reichte oft die beigelegte Papierform aus, doch die regulatorische Landschaft in Brüssel wandelt sich radikal hin zur digitalen Pflicht. Ab dem 20. Januar 2027 wird die Verordnung verbindlich angewendet und löst die alte Maschinenrichtlinie 2006/42/EG endgültig ab.
Ein modernes B2B Kundenportal kann nun die zentrale Drehscheibe für rechtskonformes Datenmanagement werden. Wer diese Transformation verschläft, riskiert nicht nur rechtliche Konsequenzen und empfindliche Bußgelder, sondern verliert auch den Anschluss an effiziente, digitale Service-Strukturen im harten globalen Wettbewerb.
Die Maschinenverordnung (EU) 2024/1230 bringt verschärfte Anforderungen für das Inverkehrbringen von Maschinen auf den europäischen Markt mit sich. Ein wesentlicher Kernpunkt dieser Verordnung ist die Digitalisierung der Instruktionen und Konformitätserklärungen, die nun explizit elektronisch bereitgestellt werden dürfen und sollen. Dies ist eine Reaktion auf die fortschreitende Industrie 4.0 und den Green Deal der EU.
Hersteller müssen sicherstellen, dass die Informationen über die gesamte Lebensdauer der Maschine, mindestens jedoch für zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen, zugänglich bleiben. Das klingt nach administrativer Entlastung, ist aber bei genauerer Betrachtung eine enorme logistische Herausforderung. Es geht nicht mehr nur darum, ein Produkt zu verkaufen, sondern den gesamten digitalen Lebenszyklus rechtssicher abzubilden. Besonders relevant: Die Verordnung fordert, dass der Zugang zur Dokumentation für den Endnutzer so hürdenlos wie möglich gestaltet wird, beispielsweise durch QR-Codes direkt an der Maschine, die direkt in ein geschütztes Portal führen. Und genau hier kommt das B2B Kundenportal ins Spiel.
Die EU möchte damit den Papierverbrauch reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit durch stets aktuelle Dokumente erhöhen. Für Unternehmen bedeutet das jedoch, dass sie eine Infrastruktur benötigen, die weit über einen einfachen FTP-Server oder Cloud-Speicher hinausgeht. Ein strukturiertes Datenmanagement, das auch Aspekte der Cybersicherheit gemäß dem Cyber Resilience Act berücksichtigt, wird zur zwingenden Voraussetzung für den Marktzugang.
Ein B2B Kundenportal ermöglicht es Unternehmen, die Anforderungen der Maschinenverordnung (EU) 2024/1230 effizient zu erfüllen. Statt Dokumente mühsam per E-Mail zu versenden oder auf unübersichtlichen Webseiten zu verstecken, bietet das Portal einen geschützten Raum für verifizierte Daten. Hierbei spielt die Integration in die bestehende Systemlandschaft (ERP, PIM und DMS) eine entscheidende Rolle.

Nur wenn das Portal direkt mit dem Product Information Management (PIM) kommuniziert, ist sichergestellt, dass bei einer technischen Änderung an der Maschine auch die digitale Anleitung in Echtzeit aktualisiert wird. Kunden erhalten über ihren persönlichen Login direkten Zugriff auf alle technischen Unterlagen, die exakt zu ihrer gekauften Maschine passen. Dies umfasst:
Diese Form der Bereitstellung entlastet die technische Redaktion und den Support massiv. Es entsteht eine Win-win-Situation, in der der Kunde Autonomie gewinnt und das Unternehmen seine Compliance-Pflichten nahezu automatisiert erfüllt.
Die Antwort lautet ganz klar: Nein. Die Erfüllung der Maschinenverordnung ist lediglich der Türöffner für weitaus größere wirtschaftliche Vorteile. Ein Kundenportal fungiert als mächtiges Werkzeug zur Kundenbindung und als Motor für den After-Sales-Umsatz im B2B E-Commerce.
Wenn ein Nutzer das Portal besucht, um eine Konformitätserklärung herunterzuladen, befindet er sich bereits in Ihrem digitalen Ökosystem. Dies ist der perfekte Moment für Cross-Selling und Up-Selling. Durch die Verknüpfung der Dokumente mit einem digitalen Ersatzteilkatalog können Nutzer direkt aus der Explosionszeichnung der Anleitung heraus das benötigte Verschleißteil in den Warenkorb legen. Wir sprechen hier von einer Transformation des Service-Bereichs von einer reinen Kostenstelle hin zu einem profitablen Umsatzkanal.
Ein beeindruckendes Beispiel aus der Praxis zeigt die Hebelwirkung: Ein mittelständisches Unternehmen konnte durch die Einführung eines solchen Portals ca. 30 % seiner Support-Kapazitäten einsparen. Der Grund war simpel: Die Reduzierung von "unnötigen" Suchanfragen. Kunden mussten nicht mehr anrufen, um nach verlorenen Zertifikaten zu fragen, da diese Informationen digital sofort verfügbar waren. Diese freien Ressourcen konnten stattdessen in die proaktive Kundenberatung investiert werden.
Betrachten wir das Portal als strategische Plattform, wird klar, dass die Maschinenverordnung nur der Anfang einer umfassenden Datenstrategie ist. In naher Zukunft wird der Digitale Produktpass (DPP) für viele Branchen zur Pflicht. Ein Kundenportal bildet hierfür das ideale Fundament. Durch die Verknüpfung von Maschinendaten (z.B. Betriebsstunden oder Fehlermeldungen via IoT-Schnittstelle) mit dem Nutzerprofil entstehen wertvolle Einblicke in den Zustand der verkauften Anlagen.
Shop-Betreiber können diese Daten nutzen, um Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung) anzubieten. Das Kundenportal wird so zur Schaltzentrale für das gesamte Asset-Management des Kunden. Wer diese digitalen Schnittstellen besetzt, schafft eine Markteintrittsbarriere für Wettbewerber, die lediglich über den Preis verkaufen, aber keinen vergleichbaren digitalen Mehrwert bieten können.

In vielen Unternehmen wird der initiale Aufwand von Entscheidern oft gescheut. Doch die Kosten der Nicht-Digitalisierung durch manuelle Prozesse, Papierlogistik und rechtliche Risiken sind weitaus höher. Die Maschinenverordnung (EU) 2024/1230 bietet den perfekten rechtlichen Hebel, um dieses längst überfällige Investment in die digitale Infrastruktur nun endlich zu tätigen.
Die Maschinenverordnung (EU) 2024/1230 ist weit mehr als eine bürokratische Hürde; sie ist ein Weckruf für die digitale Souveränität Ihres Unternehmens. Ein B2B Kundenportal bietet die ideale technische Lösung, um diese rechtlichen Anforderungen nicht nur geräuschlos zu erfüllen, sondern sie aktiv für den wirtschaftlichen Erfolg zu nutzen. Durch die Zentralisierung von Informationen schaffen Sie eine Basis für vertrauensvolle Kundenbeziehungen und hocheffiziente Service-Prozesse, die im heutigen Marktumfeld unverzichtbar sind. Wer heute digitalisiert, sichert sich den Marktzugang von morgen.

Alexander Steireif ist Gründer und Geschäftsführer der Strategie- und Technologieberatung Alexander Steireif GmbH. Seit über 20 Jahren unterstützt er mittelständische Unternehmen dabei, ihren Vertrieb zu digitalisieren, leistungsfähige E Commerce Lösungen aufzubauen und klare Strategien für nachhaltiges digitales Wachstum zu entwickeln.
Geschäftsführer
Alexander Steireif