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CosmoShop – Interview mit Geschäftsführer Silvan Dolezalek

B2B E-Commerce 6 Min. Lesezeit Daniel Becker 16.04.2020

Interview mit CosmoShop GF Silvan Dolezalek

Wir sind für unsere Kunden immer auf der Suche nach spannenden Onlineshop- und E-Commerce-Branchenlösungen abseits der üblichen Verdächtigen. Heute sprechen wir mit Silvan Dolezalek, einem der Geschäftsführer von CosmoShop. Das Unternehmen versteht sich als Fullservice E-Business-Hersteller und Dienstleister für alle Anforderungen bei E-Commerce Projekten.
Seit 1997, damals noch Zaunz Publishing GmbH, konzipiert CosmoShop E-Commerce-Anwendungen und realisiert kundenspezifische Programmierungen. Die Anzahl zufriedener Kunden wie Continentale Versicherung, Stahlgruber, oder AVIA spricht für sich.

Herr Dolezalek, können Sie uns zu allererst etwas über das Unternehmen CosmoShop erzählen? Wie groß ist Ihre Firma? Wer sind Ihre Kunden? Wie hat sie sich bzw. das Portfolio entwickelt und welche Schwerpunkte setzen Sie? Mit welchen Projektvolumina arbeiten Sie?

Silvan Dolezalek: Wir haben uns bereits 1997 im Keller eines Reihenhauses gegründet, als klassisches Startup. Die Idee zu einer eigenen Internet Agentur kam uns auf dem Dach von meinem Geschäftspartner Peter Hoolmans, bei dem ich damals eine SAT-Anlage installierte 😊Mittlerweile sind wir knapp 20 feste und 10 freie Mitarbeiter. Unsere Kunden reichen historisch bedingt von Einzelhändlern (welche wir mit unserer Cloud-Shoplösung (www.mietshop.de) bedienen) über professionelle  Händler (www.cosmoshop.de) bis hin zum Konzern (welche wir z.B. mit unserem Retailprodukt (www.visual-storemanager.de) bedienen). Der Schwerpunkt liegt mittlerweile auf B2B Anwendungen, wie interne Beschaffungssysteme, SAP Anbindungen, Schnittstellen oder auch Web2Print Konfiguratoren. Auch eine eigene Branchenlösung für Werbeartikel Händler haben wir auf den Markt gebracht (www.werbemittelshop.de) .

Wie kam es zur Fokussierung auf den B2B E-Commerce?

SD: Durch diverse Projekte haben wir in den letzten 20 Jahren viel lernen dürfen. Die meisten Projekte hatten spezielle B2B Anforderungen, zudem erhöhte sich der Konkurrenzdruck auf dem B2C Markt. Daher können wir im B2B Umfeld mit unserem Expertenwissen überzeugen.

Warum steigen Unternehmen aktuell in den E-Commerce ein? Was ist Ihrer Meinung nach aktuell die stärkste Motivation? Und gibt es da womöglich branchenspezifische Unterschiede?

SD: Schon vor der Corona Krise haben die Unternehmen „digitalisiert“, wie es so schön heißt. Prozesse wurden effektiver gemacht, Kosten gesenkt und umständliche händische Vorgänge durch einen optimierten Workflow ersetzt. Sogar bei Konzernen gibt es noch so viel Nachholbedarf. In der aktuellen Situation ist jedoch der Umsatzgedanke im Vordergrund, viele Ladengeschäfte müssen den Umsatzausfall kompensieren und versuchen dies nun online. Das spüren wir deutlich bei unseren diversen Babyartikel Händlern, die allesamt ihre Großflächenmärkte zusperren mussten.
Unterschiede in den Branchen haben wir noch nicht festgestellt, jedoch stellen wir fest, dass es der Einzelhandel/B2C besonders eilig hat, während der B2B Handel ohnehin schon an Schnittstellen und einer idealen Supply Chain gearbeitet hat.

Und welche Motivation bzw. welche Ziele würden Sie sich bei den Unternehmen wünschen?

SD: Idealerweise sollte jeder sich für jedes Szenario rüsten. Ein Mix aus On- und Offline-Kanälen wäre aus meiner Sicht ideal. Sicher ist das nicht immer schaffbar, aber alles auf eine Karte zu setzen ist ein hohes Risiko.

Denken Sie bitte an die letzten Projekte zurück, wie starten Sie normalerweise mit Ihren Kunden? Und über welche Phasen betreuen Sie diese und worauf legen Sie besonderen Wert?

SD: Typischerweise nähern wir uns erst via eMail und Telefon an. Sobald das Projekt konkret genug ist, führen wir einen Workshop durch, um alle an einem Tisch zu haben. Dann geht es in die Angebotserstellung und im Anschluss an die Umsetzung des Projektes. Wir stellen unseren Kunden immer einen persönlichen Projektleiter zur Seite, der die Kunden auch nach dem Livegang  in allen Belangen betreut. Wir sind ein Ansprechpartner für alle Themen, von der Planung, Programmierung, Gestaltung, Hosting, Support und dauerhafte Betreuung.
Das schätzen unsere Kunden sehr, weil der Spießrutenlauf, wie es teils bei anderen Agenturen der Fall ist, bei uns entfällt. Wir legen viel Wert auf das persönliche Gespräch und das faire Miteinander. Das zeigt sich an unser Stammkundentreue. Manche haben wir schon seit 20 Jahren. Andere bekannte Player auf dem Markt haben wir von 0 auf 100 aufgebaut, wie etwa baby-markt.de

Wie wichtig ist Ihrer Ansicht nach eine umfassende Business-Beratung im Vorfeld? Und denken Sie, dass sich Kunden im Allgemeinen vor Projektstart ausreichend schlau gemacht haben?

SD: Viele Kunden sind schon recht professionell aufgestellt und haben konkrete Vorstellungen. Mit solchen Kunden kommt man natürlich schneller voran und muss weniger in die Tiefe gehen. Es gibt jedoch auch unbedarftere Kunden, bei denen eine objektive Beratung sehr geschätzt wird. Manchmal raten wir den Kunden sogar vor einem Konzept ab, wenn wir keine Aussicht auf Erfolg sehen. Dafür machen wir das Geschäft schon zu lang, sodass wir  nicht zu unseren Gunsten beraten müssen, nur um an den Auftrag zu kommen. Das schätzen viele Interessenten, die diese Ehrlichkeit nicht kennen.

Zu Ihrem Lösungsportfolio: Was ist das Besondere an CosmoShop? Was zeichnet Sie gegenüber den Marktbegleitern aus und wovon profitieren Ihre Kunden am meisten?

SD: Der CosmoShop ist ein seit 20 Jahren auf dem Markt befindliche Shopsoftware. Alle Abläufe und Prozesse sind extrem gehärtet und stabil. Was aber nicht heißt, dass es auch unter der Haube 20 Jahre alten Code gibt. Wir unterziehen uns einem kontinuierlichen Optimierungsprozess. Im Laufe der Jahre haben sich diverse B2B Module gebildet, welche den CosmoShop zu einem wertvollen Werkzeug macht. Vor allem unsere Kerngebiete „Intranet Shop“, „Beschaffungssysteme“, „OCI Shop“, „Werbeartikel Shop“, „Web2Print Shop“ und unsere spezielle Retail Lösung, welche als Filialverwaltung inkl. Kampagnen Rollout Management verwendet werden kann, begeistern unsere Kunden.

SAP CosmoShop OCI
Quelle: CosmoShop

Wir differenzieren uns gegenüber unseren Marktbegleitern mit einer nicht überfrachteten Shoplösung, einfach und effizient zu bedienen mit einer webbasierten Templateverwaltung (was nur sehr wenige Systeme aufweisen). Zudem sind wir EIN Ansprechpartner für ALLES. Das bieten nur die wenigsten.

Nach dem Projekt ist ja idealerweise vor dem Projekt. Was empfehlen Sie Ihren Kunden, wie lässt sich der E-Commerce weiterentwickeln?

SD: Die Shopbetreiber sollten ihren Kunden besser zuhören. Der ganze Prozess, bzw. der ganze Onlineshop soll ja dem Einkäufer einen Nutzen bringen. Dann kommt der Nutzen, bzw. Profit für den Shopbetreiber von ganz alleine. Klingt etwas nach der Philosophie von Jack Ma (Alibaba), ist aber in der Tat sehr häufig bei unseren Projektgesprächen das zentrale Thema. Welche Funktion lohnt sich? Hat schonmal ein Kunde danach gefragt? Wenn es keiner brauchen kann, warum dann programmieren? Nur weil es Trend ist?

Wir unterscheiden uns da von den Hipstern der Branche. Wir haben schon viele Trends kommen und gehen gesehen. Wichtig ist, solide und besonnen zu entscheiden, wie sich der Shop idealerweise weiterentwickelt.

Gibt es Leuchtturmprojekte auf die Sie besonders stolz sind? Was ist daran einzigartig und wie haben Sie Ihre/Ihren Kunden damit das Business erleichtert?

SD: Wir haben gerade bei Dachser eine große Enterprise Version eines geschätzten Mitbewerbers abgelöst. Hier wurde eine Multilieferanten-Plattform aufgebaut, die weltweit genutzt wird. Es gibt diverse Schnittstellen, von SSO bis SAP, vom Lieferanten bis zur Außenstelle in Chile. Genau das sind unsere liebsten Projekte. Der Betreiber (Dachser) hat nun fast nichts mehr mit dem Shop zu tun, alle Lieferanten kümmern sich autark um die Sortimentspflege, die logistische Abwicklung, etc.

Wenn Sie es verraten wollen, was ist der nächste große Wurf bei CosmoShop?

SD: Wir schreiben den CosmoShop gerade von der ersten Codezeile vollständig neu. Wenn wir fertig sind, wird sich unser Shopsystem zu einem multipel einsetzbaren Werkzeug entwickeln, ähnlich wie Spryker. Jedoch mahlen die Mühlen langsam, daher kann ich noch kein Fertigstellungsdatum nennen.

Welche marktbezogenen und technologischen Entwicklungen verfolgen Sie bzw. Ihr Unternehmen aktuell mit Spannung?

SD: Wir sehen etwas mit Sorge, in welcher Geschwindigkeit sich der Headless Commerce entwickelt. Dh. Bestellungen ohne Frontend, nur über Voice oder sonstige Eingabegeräte. Darauf müssen wir uns erst einstellen. Ebenso auf Visual Search, für das man viel Rechenpower, trainierte Datenbanken, usw.. benötigt. Auch arbeiten wir gerade an einem System zur Produktdatenaufbereitung, für granulare, komplexe Produktdaten.

Wenn Sie eine Kristallkugel hätten, wie entwickelt sich der B2B E-Commerce in den nächsten Jahren?

SD: Ich kann aktuell schon feststellen, dass sich gewisse Standard und Abläufe selbst bei den kleineren Unternehmen herumgesprochen haben und etablieren. Die Firmen setzen sehr stark auf Bestell-Schnittstellen und Dropshipping Ansätze. Auch das Fulfillment Network von JTL, an das wir den CosmoShop unlängst angebunden haben, ist ein weiteres Indiz dafür. Auf diese Weise können die Firmen mit weniger Manpower höhere Volumina abwickeln. Gleichzeitig wächst allerdings auch der Anspruch an der Bedieneroberfläche. Amazon und andere Markplätze drängen auf den B2B Sektor. Umso mehr ist es wichtig für uns, in der Nische stark zu sein, um den Kunden genau die Lösung bieten zu können, die sie nicht an jeder Ecke finden.

Vielen Dank für die spannenden Antworten Herr Dolezalek und weiterhin viel Erfolg!