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Interne Hürden und Herausforderungen beim Start von E-Commerce Projekten

6 Min. Lesezeit Alexander Steireif 05.08.2021
Interne Hürden und Herausforderungen beim Start von E-Commerce Projekten

Die Digitalisierung im Vertrieb und oftmals damit verbundene E-Commerce Projekte sind für Unternehmen eigentlich eine schöne Sache. Denn E-Commerce sorgt für mehr Effizienz, optimierte Prozesse, weniger Fehler und am Ende des Tages für glücklichere Kunden. Viele Unternehmen haben dieses Potential bereits erkannt. Andere Unternehmen hingegen haben die letzten Jahre verschlafen und sind nun dabei, den Rückstand aufzuholen.

Spannend ist aber vor allem eine Beobachtung, die wir regelmäßig als E-Commerce Beratung machen. Auch wenn die perfekten Pläne bereits in der Schublade liegen, schaffen es Unternehmen zum Teil nicht, die E-Commerce Projekte auf die Straße zu bringen. Oftmals sind sogar schon die potentiellen Dienstleister gefunden und es müssten nur noch wenige Entscheidungen getroffen werden, um zu starten. Aber genau diese Entscheidungen werden hinausgezögert, nie getroffen oder zu Tode diskutiert.

Am Ende entgeht diesen Unternehmen eine riesengroße Chance. Daher ist es aus meiner Sicht einmal spannend, den möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Warum schaffen es etliche nicht, die letzten kleinen Herausforderungen zu meistern, um ein E-Commerce Projekt auf den Weg zu bekommen?

Das notwendige Budget ist nicht vorhanden

Leider fehlt vielen Unternehmen eine realistische Vorstellung hinsichtlich des Investitionsumfangs eines E-Commerce Projekts. Zugegebenermaßen sind die Investitionen auch nicht ganz so einfach zu berechnen. Oftmals kommt es zu sehr kruden Milchmädchenrechnungen, in denen beispielsweise nur die Kosten der E-Commerce Implementierungspartner berücksichtigt und ganze Kostenblöcke wie die Themen Marketing, interne Schulungen etc. vergessen werden.

Speziell den Unternehmen, die zum ersten Mal Erfahrungen mit dem E-Commerce sammeln, kann man ein falsches Verständnis hinsichtlich des Budgets sicherlich nicht zum Vorwurf machen. In der Praxis werden aber tatsächlich viele Projekte nicht umgesetzt, weil die notwendigen Investitionen das zuerst anvisierte Budget übersteigen.

Daher ist es aus meiner Sicht wichtig, die Vorgehensweise grundsätzlich etwas anzupassen. Unternehmen lieben es, zuerst Budgets zu definieren und dann zu schauen, was mit einem Budget machbar ist. Wenn Sie in den E-Commerce starten, sollten Sie aber zuerst eine E-Commerce Beratung mit einer Vorabprüfung bzw. Discovery-Phase beauftragen, um anschließend ein seriöses Budget ermitteln zu können. Dadurch können Sie erste initiale Investitionen in einem überschaubaren Umfang halten, und erste Ergebnisse erzielen.

E-Commerce Budget
Viele Unternehmen tun sich bei der Ermittlung des notwendigen Budgets sehr schwer

Schlussendlich können Sie intern Ihr E-Commerce Projekt viel schneller auf die Straße bringen, wenn Sie einen Überblick über alle notwendigen Budgets haben und diese sich auch im Projekt in diesem Rahmen befinden.

Interne Ressourcen stehen nicht zur Verfügung

Auch wenn Dienstleister wie E-Commerce Agenturen und E-Commerce Berater Ihnen viel Arbeit abnehmen können, so müssen Sie intern auch etwas zum Erfolg beisteuern. Ähnlich wie beim Thema Budget laufen oftmals am Anfang die Erwartungen bzw. die Ideen etwas an der Praxis vorbei. Kurz vor Start oder im Projekt merkt man dann plötzlich, dass wichtige Personen und Ressourcen fehlen. Das sind dann keine guten Vorzeichen und können den Projektbeginn unnötig in die Länge ziehen.

Machen Sie sich daher vor dem Start Gedanken, welche personellen Ressourcen Sie benötigen. Wie soll/muss das E-Commerce Team aussehen, welche Stellen müssen Sie schaffen, wie können Sie diese besetzen? Idealerweise kommt dieser Schritt relativ früh, so dass die Personen in Ihrem E-Commerce Team bei den grundlegenden Entscheidungen mit eingebunden sind. Hierzu zählt etwa die Wahl der E-Commerce Software und der Implementierer.

Es gibt Unsicherheit hinsichtlich des Nutzens

Auch wenn das Investitionsvolumen je nach Anforderungen bzw. Projekt schwankt, so reden wir bei E-Commerce Projekten immer über sechsstellige Summen. Sicherlich gibt es größere Investitionen, speziell wenn Sie Maschinen für die Produktion Ihrer Produkte benötigen. Es gibt aber auch IT-Projekte, die mit weniger Budget auskommen.

Umso wichtiger ist es, dass Sie mit Ihrem Projekt keinen Schiffbruch erleiden. Auch wir erleben ab und an, das kurz vor dem Start nochmals Bedenken hinsichtlich des Nutzens aufkommen. Sind die finanziellen Mittel für dieses Projekt wirklich gut investiert, oder wird sich das Engagement im E-Commerce doch nicht auszahlen? Sobald Unsicherheiten hinsichtlich des Nutzens entstehen, werden E-Commerce Projekte gerne verzögert oder komplett eingestampft.

Machen Sie sich daher von Anfang an bewusst, welche Probleme Ihre E-Commerce Plattform löst. Was ist der Nutzen für Sie als Unternehmen (Innensicht), aber auch für Ihre Kunden (Außensicht). Sobald Sie diese Informationen – idealerweise als priorisierte Liste – vorliegen haben, müssen Sie hinsichtlich der Investitionen nicht weiter argumentieren, der Mehrwert ist klar. Im Zweifel geht es nur noch darum, ob das benötigte Budget den Nutzen rechtfertigt.

Nutzen und Mehrwert
Der Nutzen und Mehrwert von E-Commerce Projekten muss klar kommuniziert werden

Andere Projekte sind aktuell wichtiger

Wie viele Projekte wurden nicht gestartet, weil eine Messe, ein Event oder wichtigere Dinge wie ein ERP-Update anstanden. Das mag aus Ihrer Sicht valide klingen, aber oftmals führt eine Re-Priorisierung dazu, dass das E-Commerce Projekt abgewürgt wird. Ein Klassiker ist hierbei tatsächlich das ERP-Update bzw. die Einführung einer neuen ERP-Lösung.

Aus meiner Sicht sind das letztendlich aber nur vorgeschobene Gründe, die auch nie gelöst werden. Denn wenn das besagte ERP-Update durchgeführt wurde, entfällt ja nicht plötzlich der Aufwandstreiber ERP. Nach dem Update stehen gegebenenfalls Weiterentwicklungen, weitere Updates etc. an.

Unternehmen warten also gerne auf den „perfekten Moment“ für den Start eines E-Commerce Projekts, aber glauben Sie mir, wenn ich sage, dass es den perfekten Moment nicht gibt. Es wird immer ein Event, eine Firmenübernahme, ein IT-Projekt, Urlaub, Weihnachten etc. anstehen. Wenn Sie Ihr E-Commerce Projekt als strategisch wichtig erachten, es für Ihr Unternehmen einen hohen Stellenwert hat und Sie es umsetzen möchten, müssen Sie im Zweifel Personal einstellen, oder auf weitere Dienstleister setzen. Nur durch eine Verschiebung gewinnen Sie nichts. Ganz im Gegenteil, oftmals werden verschobene Projekte nie gestartet.

Die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen

Auch wenn es sicherlich noch weitaus mehr Gründe gibt, möchte ich mit dem vermutlich wichtigsten abschließen. Es ist die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. Sehr häufig liegen alle Fakten auf dem Tisch und der Entscheider muss einfach nur das „Go“ geben. Anschließend startet das E-Commerce Projekt und Dienstleister kümmern sich um die Umsetzung.

Doch warum kommt dieses „Go“ manchmal nicht, wenn doch alles dafür spricht? Es ist die klassische Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen. In diesen Momenten werden Optionen zu Tode evaluiert. Man schaut sich nochmals weitere Dienstleister, weitere Shopsoftware-Hersteller an und rechnet den Business Case zum 30. Mal. Doch bringt diese Vorgehensweise am Ende des Tages etwas?

Nein, denn eine gewisse Unsicherheit haben Sie in jedem Projekt. Wir als E-Commerce Berater können Ihnen diese ganz grundlegende Unsicherheit auch nicht nehmen. Wir können aber bei der Risikominimierung helfen und die Risiken auf ein absolutes Minimum senken. Doch Risiken werden immer bestehen und das Management und die Entscheider müssen diese Risiken auch eingehen wollen.

Leider, auch das zeigt wieder die Praxis, passiert das aber sehr häufig nicht. Im Ergebnis wird dann so lange über dem E-Commerce Projekt gekreist, bis es voll und ganz aus dem Fokus des Unternehmens verschwunden ist.

Fazit: Unternehmen brauchen mehr Mut

Zu viele gute Pläne und Ansätze hinsichtlich E-Commerce Projekten verschwinden in Schubladen und werden nicht umgesetzt. Das hat sehr häufig vor allem interne Gründe, welche Unternehmen komplett selbst lösen müssen. Dienstleister wie E-Commerce Agenturen haben da meist nicht die Möglichkeit, entsprechend einzugreifen, müssen sie aber auch gar nicht.

Ich wollte Ihnen in diesem Beitrag typische Gründe auflisten, warum Unternehmen in Sachen E-Commerce bei 90% erbrachter Vorbereitung ein Projekt dennoch nicht lostreten. Zugegebenermaßen gibt es noch weitaus mehr Gründe, verstehen Sie die Liste daher als Auszug aus unseren Erfahrungen und unserem Alltag. Kennen Sie weitere Gründe bzw. haben Sie ähnliche Situationen bereits miterlebt? Dann lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

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