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ERP in E-Commerce Projekten – welche Systeme gibt es? *Update 09.06.2020*

E-Commerce in der Praxis 7 Min. Lesezeit Daniel Becker 08.05.2020

ERP-Systeme für den E-Commerce

Wir werden nicht müde, es zu sagen: E-Commerce ist mehr als ein Webshop!

Um rentabel zu sein, sollten Unternehmer nicht nur auf den Umsatz, sondern auch auf die Prozesskosten schauen. Ein für den E-Commerce erweitertes oder ein speziell für den E-Commerce entwickeltes ERP-System helfen Ihnen dabei, Ihre Backendprozesse wesentlich effizienter zu gestalten. Was für Sie besser ist, lässt sich erst nach genauer Anforderungsdefinition entlang Ihrer individuellen Geschäftsabläufe sagen.

Es kommt eben auf Einzelheiten an. Wie etwa die Anzahl und Größe der Sendungen, die Sie pro Tag verschicken müssen, Ihre Lieferantenstruktur oder die Anzahl und Art der Absatzkanäle. Es muss auch nicht zwangsläufig eine Cloud-Lösung sein, auch wenn diese sich für den schnellen und dynamisch skalierenden Einsatz, wie er im E-Commerce gefordert ist, natürlich anbieten.

Welche ERP in E-Commerce Projekten Infrage kommen?

Doch bevor Sie das passende ERP- oder All-in-One-System auswählen können, müssen Sie sich erst einmal einen Überblick über die Angebote verschaffen. Dabei möchten wir Ihnen helfen. Die folgende Übersicht hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit – wird aber stetig weiter wachsen. Gestartet sind wir mit den Systemen, die uns am häufigsten in Projekten begegnen bzw. von Kunden als Alternativen ins Spiel gebraucht werden. Anregungen für weitere ERP-Systeme nehmen wir gerne in den Kommentaren entgegen.

 

Actindo

Die Cloud ERP Software von Actindo richtet sich an wachstumsstarke Händler und bietet diesen so ziemlich alles, was sie benötigen, inkl. Fibu, Point-of-Sales Unterstützung, Lager & Versandmanagement, PIM, natürlich auch ein Multichannel-Bestell- & Bestandsmanagement. Hinzu kommen über einen App-Store jede Menge Erweiterungen für zusätzliche Funktionen oder die Anbindung von Drittsystemen und Vertriebskanälen. Zum Beispiel die klassischen Marktplätze oder E-Commerce Plattformen auf Basis von Magento, Oxid, Shopify, Shopware, Gambio. Um dem häufigen Problem, dass sich on-demand Angebote nicht ausreichend an die jeweiligen Kundenbedürfnisse anpassen lassen, zu begegnen, bietet Actindo zudem die Plattform Actindo Core1. Diese stellt Softwarekomponenten und APIs bereit, um eigenständig die passenden Applikationen zu entwickeln. Bei Bedarf auch mit einem Partner. Actindo bietet damit auch den Vorteil der Herstellerunabhängigkeit. Von einem klassischen ERP-Systemanbieter ist Actindo mittlerweile recht weit entfernt. Die Bezeichnung Unified Commerce Suite, die Actindo gewählt hat, passt da schon besser. Wer noch etwas mehr zum Anbieter erfahren möchte, kann sich auch unser Interview in der Reihe Actindo Commerce Innovation Talks hier ansehen.

JTL

JTL bietet zum einen eine auf Handelsprozesse und E-Commerce spezialisierte ERP-Lösung. Mit JTL-WaWi lässt sich lassen sich laut Anbieter alle Vertriebskanäle in Bezug auf Sortimentspflege, Lagerbestandsanpassung und Bestellabwicklung einfach und effizient verwalten. Auch diese Lösung lässt sich durch zahlreiche Module für die jeweiligen Bedürfnisse erweitern. Dazu gehören etwa Module für FiBu, POS oder Packtisch+ um Lagerprozesse wie Wareneingang, Retouren und das Versenden von Aufträgen zu steuern. Außerdem liefert das ERP Schnittstellen und die entsprechenden Funktionen, um direkt aus der Lösung heraus das eigene Angebot bei Ebay und Amazon zu managen. Als ERP für E-Commerce Projekte ist JTL aber auch wegen des eigenen Shopsystems interessant. JTL-Shop ist ein vollwertiges Shopsystem, dass auch mit komplexen Produktstrukturen und individuellen Preisen zurechtkommt. Die Pflege der Produktdaten und Kategorien muss allerdings in JTL-WaWi erfolgen. Ohne das ERP-System gehts eben nicht. WaWi und Shop lassen sich lokal installieren oder bei einem JTL-Partner hosten.

proAlpha

ERP in E-Commerce Projekten: Module Proalpaha
Quelle: proAlpha

Wie Actindo handelt es sich bei proAlpha um eine etwas umfangreichere Softwarelösung die ebenfalls Mittelständler adressiert. Das Softwareunternehmen ist seit 25 Jahren am Markt, beschäftigt 250 Software-Entwickler und betreut ca. 4500 Kunden weltweit. Die Kunden finden sich aber nicht nur im Handel, sondern auch im produzierende Gewerbe. Der Funktionsumfang des Komplettsystems proAlpha reicht von Einkauf, Materialwirtschaft, Produktion und Kostenrechnung über Finanzwesen, Vertrieb, CRM und Business Intelligence bis hin zu CAD-Integration, DMS und E-Commerce-Komponenten. ProAlpha gibt es als on-premise Software – im Bedarfsfall mit proAlpha-Hosting – oder im SaaS-Modell. Als ERP in E-Commerce Projekten begegnet uns proAlpha recht häufig, allerdings tut sich das System hinsichtlich der Integration von Shoplösungen und Serviceanbietern etwas schwer. Hier merkt man, das proAlpha ursprünglich für Produktionsprozesse und nicht für den Handel oder gar den E-Commerce konzipiert wurde.

Plentymarkets

Plentymarkets ist ein E-Commerce ERP-System, das Warenwirtschaft mit Shopsystem und Multichannel-Vertrieb verbindet. Wobei die ERP-Funktionalitäten eindeutig auf die E-Commerce-Wertschöpfungskette maßgeschneidert sind. Neben dem inhouse entwickelten Webshop Ceres bietet plentymarkets über seinen Marketplace eine Fülle an Erweiterungen für den produktiven den Ausbau des eigenen E-Business bereit. Dazu zählen natürlich Plugins für die Anbindung einer Vielzahl von Marktplätzen, Payment- oder Fulfillmentdienstleister aber auch Tools für die Adressprüfung, PIM-Funktionalitäten oder Themes für das Ceres Frontend. Mit plenty Developers gibt es zudem eine Entwickler-Plattform für Plugins. Mit Best Practices auf Github und einer umfangreichen Dokumentation. Plentymarkets adressiert dabei aber ganz klar kleine und mittlere Onlinehändler aus dem B2C-Segment mit einem eher „einfachen“ Produktsortiment – das wird auch am Pricing-Modell deutlich. Für Mittelständler im B2B E-Commerce mit ihren komplexen Prozessen ist das ERP keine Wahl in E-Commerce Projekten.

afterbuy

Der Afterbuy Online-Shop

Eine weitere eCommerce-spezifische All-in-One-Lösung ist afterbuy. Das Leistungsportfolio umfasst eine Warenwirtschaft, ein PIM, Order Management, Lagermanagement, CRM, Online-Shop und eine Multichannel-Anbindung an gängige Marktplätze. Das Preismodell ist bei afterbuy etwas komplexer als bei anderen Anbietern. Es vereint feste monatliche Basistarife mit optionalen Bestandteilen und einem volumenbasierten Pricing – etwa bei Transaktionen oder Kundenkontakten. Das afterbuy Shopfrontend kostet nochmals extra (unterschiedliche Tarife) bietet aber neben diversen Themes auch interessante Promotion und Usability Add-Ons. Auch diese Lösung zielt vom Funktions- und Support-Umfang her nicht auf größere Unternehmen oder das B2B-Segment. Sie beinhaltet dafür aber alles, was man von einer All-in-one-eCommerce Managementlösung erwarten darf. Spannend ist noch der Umstand, das sich afterbuy mit einem riesigen Innovationsstau im Nacken von Ebay verabschiedet hat … und in den etwas mehr als drei Jahren ohne den Konzern mit hoher Dynamik zum Wettbewerb aufgeschlossen ist.

Microsoft Dynamics 365 (D365)

Komponenten der Dynamics 365 Commerce Landschaft
Quelle: Microsoft

In einer etwas anderen Liga spielt Microsoft mit seiner ERP- / CRM-Anwendung Dynamics 365. Der Marktführer hat nun mit Dynamics 365 Commerce eine native E-Commerce Erweiterung für seine Anwendung Dynamics 365 Retail veröffentlicht. Die Erweiterung ist ab 4.216,55 Euro im Monat zu haben, also so etwa das 120-fache von plentymarkets. Die Idee ist jedoch die gleiche, wie bei den anderen Anbietern. Es geht um die All-in-One-Lösung für den Omnichannel-Verkauf und alle damit verbundenen Back-Office- und Warenwirtschaftsprozesse. Allerdings sollte man das Angebot eher als Teil einer umfassenden Commerce Suite sehen, für die der eigene Onlineshop nur ein weiterer Kanal in einer komplexen Handelsarchitektur mit etlichen Filialen, Stores, Zwischenhändlern, Marktplätzen, Affiliate-Angeboten ist. Zwar gibt es auch die Möglichkeit, Dynamics 365 Commerce on-premise zu betreiben, dann werden aber nicht alle Funktionen zur Verfügung gestellt.

Odoo

Die integrierte ERP-Lösung Odoo basiert heute auf einem Open Source Entwicklungsframework für Management-Apps mit einer Vielzahl an Modulen und einer sehr großen Community, die kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Frameworks wie auch der Module arbeitet. Neben der Warenwirtschaft gibt es auch etliche Module rund um CRM, Buchhaltung, Lagerwirtschaft, Kassensysteme, Projektmanagement oder eben auch E-Commerce. Insgesamt sind es 30 Kernanwendungen und mehr als 16.000 Apps aus der Community. Hier gilt es allerdings die Qualität zu prüfen. Ursprünglich gestartet als TinyERP bzw. OpenERP 2009 hat sich das Leistungsspektrum der Software ab Version 9.0 von 2014 deutlich erweitert. Dies spiegelt auch die gleichzeitige Umbenennung in „Odoo“ wider. Mit diesem Wechsel ging die Einführung eines Enterprise-Lizenzmodells auf Subscriptionbasis einher. Kunden zahlen abhängig von Anzahl der Module sowie Benutzer und erhalten dafür Integrations-, Beratungs- und Supportleistungen von Odoo. Die Enterprise-Variante lässt sich lokal installieren oder als Cloud-Service (SaaS, PaaS) beziehen.

Xentral *Update 09.06.2020*

Mit Xentral gibt es im Markt der ERP-Systeme ein spannendes „Start-Up“, das vor allem Unternehmen mit E-Commerce- und Multichannel-Strategie adressiert. Die Lösung der Gründer Benedikt und Claudia Sauter wurde ursprünglich für den Eigenbedarf des Unternehmens entwickelt. Nach eigener Auskunft gab es kein System, welches ihre Anforderungen an Funktionalität und Flexibilität erfüllte, um effizient die Warenwirtschaftsprozesse im Backend des eigenen Online-Shops zu managen – und das problemlos mit dem Unternehmen mitwächst. Die für die meisten naheliegendste Lösung, wohl oder übel eine vorhandene Software entsprechend anzupassen, war für die Gründer keine Option. Die eigenentwickelte Open-Source Software basiert auf Standardtechnologien wie PHP und MySQL, ist flexibel anpassbar und verfügt nach eigenen Angaben mittlerweile über mehr als 1.000 Funktionen – auch für CRM, Angebotsverwaltung, Team-Collaboration oder das Handling von Wunsch-Lieferterminen. Dank des Funktionsumfangs und der hohen Nutzerfreundlichkeit wurde die cloudbasierte ERP-Software 2018 auch zum ERP-System des Jahres gekürt. Xentral bietet Anbindungen an alle gängigen B2C-Marktplätze und Shopsysteme sowie für etliche Drittanbieter wie etwa Datev oder DHL – allerdings keine vorgefertigten Konnektivitätslösungen im B2B-Kontext. Das ERP-System gibt es ab 65 Euro im Monat.

Lexbizz *Update 09.06.2020*

Modzule und Erweiterungen bei Lexbizz ERP
Quelle: lexbizz.de

Die Cloud-ERP-Lösung von Haufe-Lexware, lexbizz, bietet ebenfalls eine E-Commerce Erweiterung zur automatischen Synchronisation von Produkt-, Bestands-, Bestell-, Kunden- und Rechnungsdaten zwischen Onlineshop bzw. Marktplätzen und dem Lexbizz-System. Und das hat es in sich. Neben klassischen ERP-Szenarien rund um die Pflege von Artikelstammdaten und Bestellungen bedient lexbizz, durch etliche eigene Erweiterungen und die Anbindung von Drittsystemen, auch die Ressourcenplanung in einer Vielzahl anderer Bereiche. Dazu gehören neben Klassikern wie CRM und Finanzbuchhaltung auch Module für das Projektcontrolling, die Produktionsplanung oder die Außendienststeuerung mit Einsatzplanung und Routenmanagement und der Verwaltung von Wartungsaufgaben und Serviceverträgen. Im Gesamtpaket eignet sich lexbizz damit insbesondere für den Einsatz im mittelständischen B2B-Bereich und besonders bei Herstellern, die ihren Vertrieb durch E-Commerce ergänzen. Die Kosten des monatlich kündbaren SaaS-Angebotes sind abhängig von der Anzahl der verwendeten Module und der Nutzer sowie des Konfigurationsaufwandes.