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Daniel Becker31.12.2019 14:01:396 Min. Lesezeit

SEO Tipps für den Einstieg

Auch wenn wir bisher wenig zum Thema veröffentlicht haben, die Beratung zum passenden Online-Marketing-Ansatz und damit verbunden auch zu Fragen rund um SEO gehören natürlich ebenso zu unseren Leistungen. Zugegebenermaßen sind ein gutes Ranking, hohe Besucherzahlen und Konversionen für viele unserer Kunden nicht die Wertschöpfungsfaktoren wie etwa für B2C Online Pure Player. Dennoch ist organische Reichweite ein wichtiges Thema im Marketing-Mix. Daher heute ein paar SEO Tipps, für Einsteiger oder einfach als Überblick.

1. SEO beginnt im Kopf

SEO-Tipps gibt es viele, dieser ist aber der wichtigste. SEO beginnt im Kopf. Das heißt nicht, dass Sie wieder einmal Ihr Mindset ändern müssen wie bei den Mega-Themen Digitale Transformation, New Work, Kundenzentrierung usw. SEO ist da wesentlich bodenständiger. Aber dennoch, wie bei fast allen Dingen, mit denen man sich zum ersten Mal beschäftigt, ist es auch hier sinnvoll, sich zuerst einen Überblick über die Materie sowie mögliche und eigene Ziele zu verschaffen. Folgende Fragen sollten Sie sich dazu stellen:

  • Welche Bereiche umfasst Suchmaschinenoptimierung?
  • Welche Ressourcen, Fähigkeiten und Tools werden benötigt?
  • Mit welchen Realisierungszeiträumen ist zu rechnen?
  • Ab wann sind Ergebnisse messbar?
  • Wie sind Ergebnisse messbar?
  • Was sind überhaupt gute Ergebnisse?
  • Welche Rolle spielen SEA und Social Media Marketing?
  • Was möchte man eigentlich erreichen und warum?
  • Wie ist der Wettbewerb bei der Optimierung aufgestellt?

Erst wenn Sie aufgrund der Antwort auf diese Fragen das Gefühl haben, dass SEO sich für Sie lohnen kann, sollten Sie mit der Ausarbeitung einer Strategie beginnen.

2. Der erste Schritt ist immer ein gutes technisches SEO

Sie schaffen es niemals in den SERPs (Search Engine Result Pages) auf die erste Seite, wenn es im technischen Unterbau knirscht. Stellen Sie sich einen glänzenden, nach neusten Erkenntnissen der Aerodynamik gestylten Rennboliden vor – mit einer 1,3 Liter Maschine aus der Serienfertigung. Toll auf den ersten Blick, aber leider völlig chancenlos.

Das Gleiche gilt für das SEO. Toller Inhalt ist gut, aber wenn Ihre Website nicht technisch einwandfrei funktioniert, die Ladezeiten schlecht sind (schwacher Hoster, falsche Architektur, unnötiger Code) oder die Linkstruktur fehlerhaft ist, werden Suchmaschinen Ihre Website nicht großartig finden. Und auf einer ganz allgemeinen Stufe: die Google-Algorithmen können nur bewerten, was die Crawler sehen und durchsuchen können.

3. SEO-Strategie

Eine SEO-Strategie sollte auf Ihre Geschäftsanforderungen, Ihren Markt, Ihre Nutzer und Ihre Ressourcen zugeschnitten sein. Ist ja kein Aufwand!? Und SEO – als Maßnahme wir auch als Ergebnis – geschieht nicht über Nacht, und nur selten zufällig. Planung und ein langer Atem sind entscheidend Ihren Erfolg.

  • Wie bereits erwähnt ist der Blick auf Wettbewerber äußerst interessant. Finden und kategorisieren Sie Ihre Top-10-Konkurrenten, bei der Fülle von Analysetools ist das keine Herausforderung. Überprüfen Sie die Websites Ihrer Mitbewerber und das jeweilige Kundenerlebnis. Listen Sie die Stärken und Schwächen auf. Fragen Sie sich, welche Stärken für Sie ein Problem darstellen und wie Sie identifizierte Schwächen ausnutzen können. Die Wettbewerbsanalyse sollte zudem ein fortlaufender Prozess sein.
  • Messen Sie die richtigen Kennzahlen: Konversionen, Absprungraten, Verweildauer, Klick-Rate (Click-Through-Rate) für organische Suchergebnisse, Anzahl und Entwicklung der Seitenzugriffe über bestimmte Zeiträume, Ladezeiten, Ranking, der Sichtbarkeitsindex Ihres SEO-Tools – ein paar Zusammenhänge beleuchte ich noch weiter unten.
  • Google liebt sauber strukturierten Code in denen sich der Crawler schnell zurechtfindet. Beschäftigen Sie sich bei der Entwicklung einer SEO-Strategie daher auch mit dem Thema strukturierte Daten. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie geben der Suchmaschine passende Hinweise, wie Ihre Seiten zu interpretiere sind und verbessern Ihr Verständnis, was Google wichtig ist.
  • Dann gilt es messbare und sinnvolle Ziele definieren. Das Ranking für alle möglichen Keywords zu steigern wäre schön, ist aber bei begrenzten Ressourcen unrealistisch. Wie wäre es stattdessen mit den Keywords für die wichtigsten Leistungen/Produkte und denjenigen, die am meisten Erfolg versprechen? In diesem Sinne ist unser Hauptziel immer, den organischen Traffic auf den Seiten zu steigern, die für das Unternehmen wirklich wichtig sind.
  • Sinnvolle Tools sind neben der Search Console und Google Analytics sind etwa Sistrix, SEMrush oder Pagerangers (was für viele kleinere Unternehmen oder Selbstständige kostenseitig sehr attraktiv ist und gerade für Content-lastige SEO-Strategien interessante Funktionen bietet).

4. Klassische Fehler

Zu den SEO-Tipps zählt natürlich auch das Vermeiden von Fehlern. Besseres Ranking ist kein Garant für Traffic und dieser bringt nicht automatisch mehr Konversionen. Und im Regelfall bringen nur diese einem Unternehmen mehr Geld ein – und darum geht es doch. So einfach das ist, verfolgen viele aber dennoch die falsche Strategie und richten Ihr Augenmerk rein auf Traffic oder Ranking.

Es geht also nicht per se darum, zu schauen, welche Keywords und Phrasen Ihnen die meisten Besucher bringen. Denn häufig konvertieren Seiten für Keywords mit geringem Suchvolumen besser, da sie spezifischer sind und näher an einer Kaufentscheidung. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit höher, durch eine Optimierung dieser Seiten schneller auf den ersten Plätzen zu ranken.

Ein häufige Fehlannahme ist, mit flachen und kurzen Inhalten erfolgreich sein zu können, so lange es nur eine große Menge ist, die in kürzesten Intervallen rausgeschleudert wird. Das mag als Teilstrategie für einige Medienseiten funktionieren – neben gutem technischen SEO, einer hervorragenden Verlinkung und einem großen Marketingbudget, um Traffic einzukaufen – Unternehmen und Experten sollten eher auf Qualität beim Content setzen.

5. Videos als SEO-Maßnahme

Gerade auf solchen Seiten bieten sich auch Videoinhalte an, um sich weiter vom Wettbewerb abzusetzen – und den interessierten Besucher länger auf der Seite zu halten. Allerdings sind die Meinungen zur Bewertung von Videos durch Google unterschiedlich. Das größte Problem ist, dass Google den Inhalt eines Videos nicht wirklich verstehen kann und damit die auch nicht die Relevanz für Ihre Seite, Ihre Nutzer, Ihre SEO-Strategie.

Bei Youtube oder rein auf Content-Distribution angelegten Medien-Seiten wie Blogs macht es Sinn, Transkripte unter den Videos anzuhängen. Auf Shopseiten oder bei Leistungsbeschreibungen auf Corporate Sites sollte man das aber keinem Nutzer zumuten.

6. SEO Tipp: Backlinks

Auch wenn es immer wieder hieß – auch von Google selbst – Backlinks hätten keine Relevanz, sind Links zweifelsohne immer noch einer der besten (und einfachsten) Wege, um die Qualität einer Webseite zu bestimmen. Deshalb sind Backlinks ein wichtiges Signal für Google. Es geht nur eben nicht mehr um die Anzahl, sondern die Qualität der Backlinks. Der Aufbau einer Backlinkstruktur ist aber kein Allheilmittel. Ohne hochwertigen Inhalt und eine gute Struktur ist Ihre Webseite für Nutzer meist wertlos, da bringt Ihnen auch der Trust von anderen Seiten nichts. Umgekehrt sollten Sie aber auch versuchen, hochwertige Inhalte zu verbreiten, auf Sie aufmerksam zu machen, dann sind Sie wieder beim Thema Backlinks.

7. Welche Faktoren sind heute besonders wichtig?

Aktuell sollte man vor allem ein Augenmerk auf guten Content, sinnvolle Backlinks und die mobile Performance einer Seite haben. Generell sind Seitenladezeiten für Google eben einfach zu messen und gleichzeitig gibt es keinen Zweifel über den Zusammenhang zwischen langen Ladezeiten und Absprüngen der Nutzer. Außerdem hat die mobile Nutzung für Google einen höheren Stellenwert. Man sollte aber auch nicht zu dogmatisch sein. Wenn Ihre Nutzer vor allem am Desktop unterwegs sind – häufig im B2B – dann sollte hier der Fokus liegen.

Das man das Nutzerverhalten (Sitzungsdauer, Anzahl der Seiten …) generell im Auge behalten sollte, ist aber unstreitig. Welche Kennzahlen – und ob überhaupt – Google als direkte „Rankingfaktoren“ betrachtet, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ganz sicher nutzt Google bereits bei der Bewertung der Anzeigenqualität Nutzersignale. Das Nutzerverhalten spielt außerdem eine direkte Rolle bei der Interpretation individueller Suchanfragen. Google wird nach einiger Zeit erkennen, ob Sie sich für Pflastersteine oder Wundversorgung interessieren, wenn Sie wiederholt nach „Pflaster“ suchen. Es lohnt sich also, hier auf dem Laufenden zu bleiben.

8. SEOs müssen sich permanent informieren

Natürlich sollten Sie Ihren Mitarbeitern immer die Möglichkeit geben, sich weiterzubilden. Es liegt ja auch im Interesse des Unternehmens, wenn diese mehr wissen und können. In der digitalen Welt – auch im SEO – entwickelt sich jedoch alles in einer Geschwindigkeit, dass gelegentliche Schulungen oder mal eine SEO-Konferenz nicht genügen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Und auch wenn ich es nicht verwerflich finde, wenn Mitarbeiter in ihrer Freizeit etwas für den Job tun. Diese Zeit wird Suchmaschinenoptimierern schlicht nicht genügen, dafür ist der Bereich zu breit und zu komplex. 1 bis 2 Stunden am Tag für Recherchen in Foren und Blogs, flexiblere Arbeitszeiten oder auch Überstunden für den Besuch eines SEO-Stammtischs sowie ein Budget für Konferenzen und Seminare – nichts geht über den Austausch von Erfahrung – sollten Sie daher fest einplanen.

 

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