
Bei TeamViewer ist der E-Commerce kein Nebenschauplatz, sondern zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Ein Softwareprodukt, das weltweit auf Milliarden von Geräten läuft, wird nicht über Außendienst verkauft, sondern digital: Self-Service, Lizenzmodelle, Abo-Verlängerungen, Upgrades, internationale Märkte, Dutzende Währungen und Sprachen. Jede Stunde Ausfall und jeder Reibungspunkt im Checkout schlagen unmittelbar auf den Umsatz durch.
Genau in diesem Umfeld galt es, zwei Dinge gleichzeitig zu tun, die sich normalerweise widersprechen: den laufenden Betrieb einer hochfrequentierten, umsatzkritischen Plattform stabil halten und parallel die technologische Basis komplett austauschen. Die Ablösung der bestehenden Lösung durch Magento war dabei kein isoliertes IT-Projekt, sondern ein Eingriff in das Herzstück des Direktvertriebs.
Erschwerend kam die Organisationsstruktur hinzu. Entwicklung, Produktmanagement, Marketing, Finance und Legal saßen an unterschiedlichen Standorten und in unterschiedlichen Zeitzonen. Ein Entwicklungsteam von 30 bis 40 Personen war über mehrere Länder verteilt, teils intern, teils über externe Partner. Ohne klare Führung, verbindliche Prioritäten und ein gemeinsames Zielbild wäre daraus ein Projekt geworden, das viel Geld kostet und wenig liefert.
Die Aufgabe war deshalb nicht die eines Beraters, der ein Konzept übergibt und wieder geht. Gefragt war operative Verantwortung: eine Person, die den E-Commerce führt, Entscheidungen trifft, das Team steuert und dem Vorstand gegenüber geradesteht.
Der Auftrag umfasste die vollständige interimistische Verantwortung für den E-Commerce, von der Strategie bis zum Ticket im Sprint.
Der Ansatz war konsequent operativ. Keine Präsentation ohne Umsetzung, keine Umsetzung ohne klare Priorisierung.
Über knapp drei Jahre wurde der E-Commerce von TeamViewer aus der interimistischen Leitung heraus geführt und in dieser Zeit technologisch neu aufgestellt. Eines der größten Digitalisierungsvorhaben des Unternehmens wurde umgesetzt, während der zentrale Umsatzkanal ununterbrochen weiterlief. Ein über mehrere Länder verteiltes Entwicklungsteam von 30 bis 40 Personen arbeitete am Ende nach einer gemeinsamen Roadmap, mit klaren Prioritäten und verbindlichen Releasezyklen.
Ebenso wichtig: Der E-Commerce war auf Vorstandsebene nicht länger eine Blackbox. Durch die direkte Zusammenarbeit mit dem C-Level entstanden Zielbild, Roadmap und Investitionsentscheidungen dort, wo sie hingehören, auf Basis belastbarer Zahlen statt Bauchgefühl. Die E-Commerce-Strategie wurde damit nicht neben dem Unternehmen entwickelt, sondern mit ihm.
Das Mandat zeigt, was Interim-Management leisten kann, wenn es über Beratung hinausgeht: Verantwortung übernehmen, ein großes Team führen, eine kritische Plattform austauschen und die Organisation am Ende handlungsfähiger zurücklassen, als man sie vorgefunden hat.
TeamViewer entwickelt seit 2005 Software für Fernzugriff, technischen Support und digitale Zusammenarbeit. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Göppingen ist weltweit aktiv und zählt zu den bekanntesten Anbietern im Bereich Remote Connectivity. Die Lösungen laufen plattformübergreifend auf Windows, macOS, Linux, Android und iOS und werden von Unternehmen jeder Größe eingesetzt, insbesondere in Industrie, IT, Gesundheitswesen und Mittelstand.
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