Ein Agenturwechsel sollte nicht erst mit der Kündigung beginnen. Entscheidend ist, vorher die Ursachen der Probleme zu klären, Abhängigkeiten sichtbar zu machen und den Übergang sorgfältig vorzubereiten. So lässt sich vermeiden, dass sich alte Probleme mit einer neuen Agentur wiederholen.
Bevor eine neue Agentur gesucht wird, sollte klar sein, warum die bisherige Zusammenarbeit nicht mehr funktioniert. Liegt es an fehlender Qualität, langsamer Umsetzung, unklaren Anforderungen oder mangelnder interner Steuerung? Nur wenn die Ursachen bekannt sind, lassen sich passende Auswahlkriterien für den neuen Partner festlegen.
Vor dem Wechsel müssen alle wichtigen Zugänge, Verträge, offenen Tickets und laufenden Projekte erfasst werden. Dazu gehören auch technische Abhängigkeiten und Vereinbarungen mit weiteren Dienstleistern. So wird früh sichtbar, welche Themen vor der Übergabe geklärt werden müssen und wo besondere Risiken bestehen.
Eine saubere Dokumentation ist entscheidend, damit die neue Agentur den Shop und seine Besonderheiten schnell verstehen kann. Fehlende Informationen zu Systemen, Schnittstellen, Erweiterungen oder bisherigen Entscheidungen führen sonst zu zusätzlichem Aufwand, längeren Einarbeitungszeiten und vermeidbaren Kosten.
Die neue Agentur sollte nicht nur anhand von Referenzen oder bekannten Namen ausgewählt werden. Entscheidend ist, ob sie die vorhandene Systemlandschaft, die Ziele des Unternehmens und die aktuelle Ausgangslage realistisch einschätzen kann. Leistungen, Kosten und Vorgehen sollten deshalb vergleichbar gemacht werden.
Die alte und die neue Agentur müssen wissen, welche Aufgaben sie während des Übergangs übernehmen. Ein klarer Ablauf verhindert, dass wichtige Themen liegen bleiben oder Zuständigkeiten unklar sind. Termine, offene Fragen und notwendige Übergaben sollten deshalb verbindlich festgehalten und regelmäßig abgestimmt werden.
Ein Agenturwechsel löst nicht automatisch alle Probleme. Auch intern muss klar sein, wer Anforderungen vorbereitet, Entscheidungen trifft und die Zusammenarbeit steuert. Ohne feste Zuständigkeiten entstehen schnell wieder unklare Briefings, Verzögerungen und zusätzliche Kosten, unabhängig davon, welche Agentur beauftragt wird.
Kein Unternehmen entscheidet sich leichtfertig dafür, seine E-Commerce-Agentur zu wechseln. Häufig gibt es eine lange Vorgeschichte aus Verzögerungen, Missverständnissen, steigenden Kosten und wachsender Unzufriedenheit. Trotzdem wird der Wechsel immer wieder aufgeschoben, weil man befürchtet, dass ein neuer Partner erst eingearbeitet werden muss, dass Wissen verloren geht oder dass laufende Projekte komplett ins Stocken geraten.
Lässt man eine problematische Agenturbeziehung zu lange weiterlaufen, kann Folgendes passieren:
Das strukturelle Problem liegt häufig darin, dass die Zusammenarbeit nicht mehr objektiv bewertet wird. Man gewöhnt sich an lange Reaktionszeiten, unklare Angebote und hohe Aufwände, weil ein Wechsel zu aufwendig wirkt. Dadurch wird eine schlechte Zusammenarbeit irgendwann zum Normalzustand.
Was bei festgefahrenen Agenturbeziehungen typischerweise schiefläuft:
Ein Wechsel sollte geprüft werden, wenn Kosten, Qualität, Geschwindigkeit oder Kommunikation dauerhaft nicht mehr passen. Klare Warnsignale sind wiederkehrende Budgetüberschreitungen, schlechte Erreichbarkeit, unklare Angebote, fehlende Transparenz, technische Abhängigkeiten oder das Gefühl, dass jede Weiterentwicklung unnötig kompliziert wird.
In den meisten Fällen ist es besser, den Wechsel zuerst strukturiert vorzubereiten. Vor einer Kündigung sollten Zugänge, Verträge, Dokumentation, offene Tickets, technische Abhängigkeiten und laufende Projekte geprüft werden. Sonst kann die Übergabe unnötig teuer und riskant werden.
Eine passende Agentur findet man nicht über Referenzlogos allein. Entscheidend ist, ob die Agentur Ihre Systemlandschaft, Ihre Prozesse, Ihre Anforderungen und Ihre aktuelle Ausgangssituation realistisch einschätzen kann. Wir helfen dabei, eine belastbare Grundlage für die Auswahl zu schaffen und Angebote vergleichbar zu machen.
Ja. Wir unterstützen bei der Strukturierung des Übergangs, bei der Vorbereitung der Anforderungen, bei der Bewertung neuer Angebote und auf Wunsch auch in Abstimmungen mit bestehenden und neuen Dienstleistern. Dabei vertreten wir Ihre Interessen als unabhängige Beratung auf Kundenseite.