Ein Shopsystem-Vergleich sollte nicht auf Demos, Bekanntheit oder einzelnen Funktionen beruhen. Entscheidend ist, alle Systeme anhand derselben Anforderungen, Kosten und Zukunftsziele zu bewerten. So wird sichtbar, welche Lösung wirklich zum Unternehmen passt und langfristig tragfähig ist.
Bevor Systeme verglichen werden, müssen die fachlichen, technischen und wirtschaftlichen Anforderungen klar sein. Dazu gehören Prozesse, Schnittstellen, Zielgruppen und geplante Vertriebskanäle. Ohne diese Grundlage wirken viele Systeme passend, obwohl sie zentrale Anforderungen später nur mit hohem Aufwand erfüllen.
Nicht jedes Shopsystem muss in den Vergleich aufgenommen werden. Eine gezielte Vorauswahl spart Zeit und sorgt dafür, dass nur Lösungen betrachtet werden, die grundsätzlich zum Geschäftsmodell, zur Unternehmensgröße und zum Budget passen. Zu viele Systeme machen den Vergleich dagegen schnell unübersichtlich.
Alle Shopsysteme müssen anhand derselben Kriterien bewertet werden. Funktionen, Technik, Bedienung und Anbieterangaben sollten deshalb einheitlich geprüft und nachvollziehbar dokumentiert werden. So entscheidet nicht die überzeugendste Demo, sondern die tatsächliche Eignung für die Anforderungen des Unternehmens.
Lizenzkosten zeigen nur einen Teil der tatsächlichen Ausgaben. Auch Hosting, Agenturleistungen, Updates, Schnittstellen und interne Aufwände müssen berücksichtigt werden. Erst der Blick auf die gesamten Kosten über mehrere Jahre zeigt, welches System wirtschaftlich wirklich sinnvoll ist.
Ein Shopsystem sollte nicht nur die heutigen Anforderungen erfüllen. Auch Wachstum, Internationalisierung, B2B-Funktionen und weitere Vertriebskanäle müssen berücksichtigt werden. So lässt sich vermeiden, dass das System bereits nach wenigen Jahren an seine Grenzen stößt und erneut ersetzt werden muss.
Systemanbieter und Agenturen empfehlen häufig die Lösungen, mit denen sie selbst arbeiten. Deshalb braucht es eine neutrale Bewertung, die Stärken, Grenzen und Risiken offen gegenüberstellt. Eine klare Bewertungsmatrix hilft außerdem dabei, unterschiedliche interne Meinungen auf eine sachliche Grundlage zu bringen.
Der Markt für E-Commerce-Systeme ist groß, gut vermarktet und von Interessenkonflikten durchzogen. Systemanbieter investieren erheblich in Demos, Whitepapers und Referenzstories, die ihre Plattform ins beste Licht rücken. Agenturen empfehlen die Systeme, die sie beherrschen und mit denen sie ihr Geld verdienen. Und Analysten-Rankings messen Kriterien, die für Ihr konkretes Vorhaben möglicherweise irrelevant sind. Das Ergebnis ist ein Markt, in dem eine neutrale Systemempfehlung die Ausnahme ist und nicht die Regel.
Vergleicht man Shopsysteme ohne strukturierte Methodik, kann Folgendes passieren:
Das strukturelle Problem dabei ist, dass ein fairer Systemvergleich nur möglich ist, wenn alle Systeme auf derselben Anforderungsgrundlage bewertet werden. Wer diese Grundlage nicht vorher definiert hat, vergleicht unterschiedliche Dinge auf unterschiedlichen Grundlagen und nennt das trotzdem eine Entscheidung.
Was bei unstrukturierten Shopsystem-Vergleichen typischerweise schieflgeht:
Das hängt von Ihren Anforderungen, Ihrem Budget und Ihrer Unternehmensgröße ab, weshalb wir die Longlist der zu vergleichenden Systeme gemeinsam mit Ihnen auf Basis Ihrer konkreten Situation definieren. Pauschal alle verfügbaren Systeme zu vergleichen macht keinen Sinn, weil viele von vornherein nicht zu Ihren Anforderungen oder Ihrem Kontext passen und der Vergleich sonst mehr Zeit kostet als er bringt.
Ein belastbarer Vergleich von drei bis vier Systemen dauert in der Praxis zwischen sechs und zehn Wochen, wenn er professionell begleitet wird. Wer diesen Prozess abkürzt, trifft eine schlechtere Entscheidung, nicht eine schnellere, weil die fehlende Sorgfalt in der Evaluierungsphase sich im Projektverlauf regelmäßig rächt.
Eine Empfehlung ohne Kenntnis Ihrer Anforderungen wäre wertlos, weshalb wir keine pauschalen Systemempfehlungen geben. Was wir tun: Wir führen den strukturierten Vergleichsprozess durch und leiten daraus auf Basis Ihrer konkreten Anforderungen, Ihres Budgets und Ihrer strategischen Ziele eine fundierte Entscheidungsempfehlung ab, die wir Ihnen gegenüber vollständig begründen können.
Ja, und oft mehr als vorher. Eine unabhängige Prüfung Ihrer Systementscheidung vor Projektstart zeigt, ob die Wahl auf einer belastbaren Grundlage basiert, welche Risiken und Einschränkungen das System für Ihr Vorhaben mitbringt und ob es Aspekte gibt, die in der internen Entscheidung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Besser jetzt als nach dem ersten Meilenstein.