Eine Onlineshop-Ausschreibung muss so vorbereitet sein, dass Agenturen auf derselben Grundlage kalkulieren. Entscheidend sind klare Anforderungen, vollständige technische Angaben und feste Kriterien für die Bewertung. So werden Angebote vergleichbar und spätere Nachforderungen, Verzögerungen und unnötige Kosten vermieden.
Bevor Agenturen angefragt werden, müssen Ziele, Funktionen und wichtige Prozesse klar beschrieben sein. Dazu gehören auch Zielgruppen, Märkte und geplante Vertriebskanäle. Je genauer die Grundlage ist, desto realistischer können Anbieter Aufwand, Kosten und benötigte Leistungen einschätzen.
ERP, PIM, CRM, Payment, Logistik und weitere Systeme müssen in der Ausschreibung berücksichtigt werden. Auch Datenflüsse, Schnittstellen und besondere Abläufe gehören dazu. Fehlen diese Angaben, werden wichtige Leistungen später nachträglich berechnet oder deutlich aufwendiger umgesetzt.
Alle Agenturen sollten ihre Angebote nach derselben Struktur aufbauen. Kosten, Leistungen, Projektplan, Team und Annahmen müssen eindeutig dargestellt werden. Nur so lassen sich Angebote sinnvoll vergleichen, statt unterschiedliche Darstellungen und Leistungsumfänge miteinander bewerten zu müssen.
Nicht jede Agentur passt zur technischen und organisatorischen Ausgangslage des Unternehmens. Deshalb sollten nur Anbieter eingeladen werden, die Erfahrung mit ähnlichen Projekten, Systemen und Anforderungen haben. Eine gezielte Vorauswahl verbessert die Qualität der Angebote und spart Zeit.
Die Kriterien für die spätere Auswahl müssen bereits vor Eingang der Angebote feststehen. Neben Kosten sollten auch Erfahrung, Vorgehen, Team, technische Lösung und mögliche Folgekosten bewertet werden. Eine klare Gewichtung sorgt dafür, dass die Entscheidung nachvollziehbar und nicht nach Bauchgefühl getroffen wird.
Eine gute Ausschreibung braucht ausreichend Zeit für Rückfragen, Angebotsprüfung und Präsentationen. Ein zu enger Ablauf führt häufig zu oberflächlichen Antworten und fehlenden Angaben. Klare Fristen und feste Schritte helfen dabei, den Prozess sauber zu steuern und eine belastbare Entscheidung zu treffen.
Eine Onlineshop-Ausschreibung ohne solide Vorbereitung ist keine Ausschreibung, sondern eine Einladung an Agenturen, Annahmen zu treffen. Und Agenturen, die Annahmen treffen, treffen sie in der Regel zu ihren Gunsten. Fehlende Anforderungen werden mit Puffern aufgefüllt, unklare Prozesse werden als Individualentwicklung kalkuliert und Schnittstellen, die Sie nicht explizit beschrieben haben, tauchen im Angebot schlicht nicht auf, sondern erst später als Nachforderung.
Setzt man eine Ausschreibung ohne strukturierte Grundlage auf, kann Folgendes passieren:
Das eigentliche Problem liegt dabei fast immer nicht im Willen der Beteiligten, sondern im Prozess selbst. Eine Ausschreibung aufzusetzen klingt nach einer organisatorischen Aufgabe, ist aber in Wahrheit eine fachliche, die tiefes Verständnis von E-Commerce-Projekten, Systemlandschaften und Agenturverhalten erfordert.
Was bei schlecht vorbereiteten Ausschreibungen typischerweise schieflgeht:
Das Lastenheft beschreibt, was das System leisten soll, also Ihre Anforderungen aus Auftraggeber-Perspektive. Die Ausschreibung ist der Gesamtprozess, der das Lastenheft als zentrales Dokument nutzt, aber zusätzlich Rahmenbedingungen, Bewertungskriterien, Zeitplan und formale Anforderungen an die Angebote enthält. Für eine professionelle Agenturauswahl brauchen Sie beides in sauberer Qualität.
Das hängt von der Komplexität Ihres Vorhabens und dem Reifegrad Ihrer internen Anforderungen ab. In der Praxis dauert die Erstellung eines belastbaren Ausschreibungsdokuments inklusive Anforderungserhebung zwischen drei und sechs Wochen, wenn der Prozess strukturiert begleitet wird. Wer diesen Schritt überspringt oder abkürzt, verliert diese Zeit meist mehrfach im Projektverlauf wieder.
Das hängt vom Umfang des Vorhabens und dem gewünschten Grad der Begleitung ab, weshalb wir das im Erstgespräch konkret klären. Was wir aus der Praxis sagen können: Die Einsparungen, die ein professionell aufgesetzter Ausschreibungsprozess erzielt, übersteigen unsere Beratungskosten in der großen Mehrheit der Projekte deutlich, häufig bereits durch die erste Verhandlungsrunde mit den Agenturen
Ja, das ist ein sehr häufiger Ausgangspunkt. Wir prüfen Ihre bestehenden Anforderungen auf Vollständigkeit, Eindeutigkeit und Vergleichbarkeit, schließen Lücken, die erfahrungsgemäß zu Nachforderungen führen, und übersetzen alles in ein Ausschreibungsdokument, das Agenturen als belastbare Kalkulationsgrundlage nutzen können.