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Das größte Problem liegt in der Ausschreibung selbst

Eine Ausschreibung ist nicht einfach nur eine Linkliste mit vagen Wünschen. Eine gute Ausschreibung ist ein technisches Dokument, das Agenturen zwingt, die gleichen Fragen in der gleichen Detailtiefe zu beantworten. Ohne diese Präzision vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.

Das Problem fängt damit an, dass die meisten Unternehmen gar nicht wissen, was sie eigentlich brauchen. Sie wissen, dass ein Shop modernisiert werden soll, aber ob die Anforderungen für Shopify, Shopware, BigCommerce oder ein anderes System sprechen, bleibt diffus. Agenturen nutzen diese Unklarheit aus und schlagen das System vor, das ihnen passt. Nicht weil es die beste Lösung ist, sondern weil sie darauf spezialisiert sind.

Die typischen Fehler entstehen hier:

  • Anforderungen sind zu allgemein formuliert. "Der Shop soll benutzerfreundlich sein" ist keine Anforderung. Agenturen interpretieren das, wie sie wollen.
  • Niemand fragt nach Skalierbarkeit, Performance-Anforderungen oder Integration mit bestehenden Systemen. Diese Dinge tauchen erst während des Projekts auf.
  • Das Budget wird genannt, aber ohne kontextuelle Information. Agentur A kalkuliert realistisch und passt das System zur Budgetgröße an. Agentur B überlastet ein überteuertes Projekt mit Features, die keiner braucht.
  • Es werden keine technischen Vergleichskriterien definiert. Damit kann die beste Agentur nicht von der schlechtesten unterschieden werden.

Resultat: Sie wählen eine Agentur basierend auf Bauchgefühl, nicht auf Fakten. Oder schlimmer: Die günstigste Agentur gewinnt, und Sie merken erst im Projekt, dass sie nicht liefern kann.

Was eine gute Ausschreibung wirklich leisten muss

Eine solide Ausschreibung für ein Shopsystem hat mehrere Aufgaben. Sie definiert nicht nur, was Sie brauchen, sondern zwingt Agenturen auch, transparent und vergleichbar zu antworten.

Eine gute Ausschreibung klärt zunächst die Business-Anforderungen. Wie viele Produkte im Katalog? Welche Zahlungsarten? Multi-Channel oder single-Channel? B2C oder B2B? Diese Fragen bestimmen, welche Systeme überhaupt in Frage kommen.

Danach werden technische Anforderungen definiert. Welche Systeme müssen angebunden werden (ERP, CRM, Accounting)? Welche Performance-Standards? Wie wichtig ist Mobilität? Diese Anforderungen grenzen die Systeme weiter ein.

Drittens wird der Prozess strukturiert. Die Ausschreibung sollte von Agenturen fordern, dass sie explizit antworten auf: Welches System schlagen Sie vor und warum? Welche Anforderungen sprechen für dieses System? Wo sehen Sie Risiken? Wie sieht Ihr Projektplan aus? Was kostet jede Phase? So wird Vergleichbarkeit erzeugt.

Viertens wird das Risiko geklärt. Eine gute Ausschreibung zwingt Agenturen, realistische Budgets und Zeitpläne anzugeben. Sie fordern auf, Annahmen zu explizieren und Fallstricke zu benennen.

So begleiten wir Ihre Ausschreibung

Wir übernehmen nicht die Ausschreibung für Sie. Wir begleiten den Prozess so, dass Sie am Ende ein technisches Anforderungsdokument haben, das echte Vergleichbarkeit schafft.

Das sieht konkret so aus:

  • Anforderungsworkshop mit Ihrem Team. Wir moderieren, welche Features absolut notwendig sind, welche nice-to-have, und was rausgeworfen werden kann. Damit reduzieren Sie Scope, bevor Agenturen anfangen zu kalkulieren.
  • Technische Anforderungsspezifikation. Wir dokumentieren Ihre Anforderungen in einer Form, die Agenturen zwingt, strukturiert zu antworten. Nicht "gute Performance" sondern "unter 2 Sekunden Ladezeit auf Produktseite".
  • Systemvergleich. Basierend auf Ihren Anforderungen zeigen wir auf, welche Systeme technisch und wirtschaftlich passen, welche nicht. Das reduziert die Anzahl der möglichen Systeme und macht die Ausschreibung zielgerichteter.
  • RFP-Template und Bewertungskriterien. Wir strukturieren die Anforderungen in ein RFP (Request for Proposal), das alle Agenturen in identischer Form beantworten. Gleichzeitig definieren wir, wie Sie später die Angebote bewerten.
  • Ausschreibungsmanagement. Wir koordinieren die Rückfragen, sammeln Angebote ein und bereiten diese strukturiert auf, damit Sie vergleichen können.

Das ersparen Sie sich mit einer guten Ausschreibung

Eine gute Ausschreibung kostet Zeit und Aufmerksamkeit. Aber sie rentiert sich mehrfach.

Das ist die unmittelbare Ersparnis:

  • Vergleichbarkeit schafft Wettbewerb. Wenn Agenturen wissen, dass ihre Angebote direkt vergleichbar sind, kalkulieren sie realistischer. Durchschnittlich sehen wir Kostenersparnisse von 15-25 Prozent nur dadurch, dass Agenturen keine übertriebenen Risiko-Puffer einrechnen.
  • Scope-Reduktion senkt das Budget. Wenn Sie klar sagen, was nicht gebraucht wird, planen Agenturen nicht für diese Features. Das reduziert Komplexität und Kosten erheblich.
  • Systemwahl ist fundiert. Mit einer guten Ausschreibung wird nicht das teuerste System gewählt, sondern das beste für Ihre Anforderungen. Das spart Lizenzkosten und Entwicklungsaufwand.
  • Weniger Nachbesserungen. Wenn Anforderungen klar waren und Agenturen explizit zugesagt haben, wo die Grenzen des Systems liegen, entstehen weniger böse Überraschungen im Projekt.

Die indirekte Ersparnis ist noch größer: Sie ersparen sich ein Projekt, das scheitert. Das ist kein Geld, das Sie sparen, sondern Geld und Zeit, die Sie nicht verschwenden.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, eine gute Ausschreibung vorzubereiten?
Müssen wir alle Anforderungen schon kennen, bevor die Ausschreibung startet?
Wie viele Agenturen sollten wir in die Ausschreibung einladen?
Was machen wir, wenn die Agenturen unterschiedliche Systeme vorschlagen?